Ich komme einfach nicht ins Tun!
Du weißt, was Du machen musst. Du hast es Dir fest vorgenommen. Vielleicht sogar schon mehrfach.
Aber Du fängst nicht an.
Stattdessen machst Du irgendetwas anderes. Du räumst auf, scrollst durch Dein Handy oder beschäftigst Dich mit Dingen, die eigentlich warten könnten.
Dabei ist die Aufgabe nicht vergessen. Ganz im Gegenteil. Sie ist die ganze Zeit in Deinem Kopf.
Du weißt, dass sie erledigt werden muss. Du weißt auch, dass es nicht leichter wird, wenn Du sie weiter aufschiebst.
Und trotzdem passiert nichts.
Das kann unglaublich anstrengend sein. Vor allem, wenn Du Dir selbst nicht erklären kannst, warum Du nicht einfach anfängst.
Warum ist Anfangen manchmal so schwer?
Prokrastination wird häufig mit Faulheit oder mangelnder Disziplin verwechselt.
Dabei wollen viele Menschen, die Aufgaben aufschieben, diese sehr wohl erledigen. Sie schaffen nur den Übergang vom Vorhaben zum Handeln nicht.
Gerade bei ADHS spielt dabei die Regulation von Dopamin eine wichtige Rolle.
Dopamin ist unter anderem daran beteiligt, dass wir Motivation entwickeln, Belohnungen erwarten und Handlungen beginnen.
Bei ADHS kann diese Regulation verändert sein. Besonders dann, wenn eine Aufgabe wenig interessant ist oder die Belohnung erst irgendwann später kommt.
Man könnte vereinfacht sagen: Das Gehirn bekommt nicht immer den nötigen Anreiz im Voraus, um anzufangen.
Erst wenn die Zeit knapp wird und der Druck steigt, entsteht manchmal genug Aktivierung, um die Aufgabe doch noch zu erledigen.
Und dann kommt häufig die Frage: Warum ging das jetzt plötzlich?
Wenn alte Erfahrungen dazukommen
Nicht immer liegt die Schwierigkeit allein in der Verarbeitung von Motivation und Belohnung.
Viele Menschen haben schon früh erlebt, dass ihre Schwierigkeiten als mangelnde Anstrengung bewertet wurden.
„Du musst Dich einfach mehr bemühen.“
„Wenn Du wirklich wolltest, würdest Du es schaffen.“
„Andere bekommen das doch auch hin.“
Wenn Du solche Sätze oft genug hörst, kann daraus irgendwann eine Überzeugung über Dich selbst werden.
Ich bin faul.
Ich kann nichts richtig.
Mit mir stimmt etwas nicht.
Und plötzlich geht es bei einer unerledigten Aufgabe nicht mehr nur darum, etwas anzufangen.
Es geht auch um die Angst, wieder zu scheitern. Wieder enttäuscht zu sein. Wieder das Gefühl zu haben, nicht gut genug zu sein.
Das kann den inneren Widerstand noch größer machen.
Und was hilft jetzt?
Zunächst einmal kann es helfen, genauer hinzusehen, statt sich noch mehr Druck zu machen.
Was ist eigentlich das Schwierige an dieser Aufgabe?
Weißt Du nicht,